Von Sommerjacken und Vertrauen ins Leben
Von Sommerjacken und Vertrauen ins Leben
Vor ein paar Tagen erzählte ich bei Instagram, dass ich meinen Kindern im Sommer Jacken zur Schule mitgeben würde, auch wenn es 25 Grad seien. Meine Kinder hatten mich darauf aufmerksam gemacht und lachten, während sie sich darüber unterhielten! Man weiß ja nie… Eine Followerin schrieb mir daraufhin, das habe ja auch etwas mit Loslassen zu tun. Generell nicht, aber als Mutter eben noch weniger. Mist.
Der Wunsch nach Schutz vs. die Realität
Ich habe also in den letzten Tagen wieder über das Loslassen nachgedacht. Als Eltern spüren wir es besonders: Wir möchten unsere Kinder begleiten und stützen. Ich will sie beschützen vor dem, was passieren könnte. Nichts und niemand soll ihnen etwas tun. Als Eltern halten wir gern fest – an unseren Plänen und Vorstellungen für unsere Kinder, aber auch an unseren Sorgen.
Wachstum braucht Raum
Und doch lernen wir: Kinder wachsen nur, wenn wir loslassen. Wenn wir ihnen Raum geben, Entscheidungen selbst zu treffen, Fehler zu machen und ihren eigenen Weg zu gehen. Wir empfinden Loslassen oft als Verlust, aber das ist es gar nicht. Loslassen ist ein Akt von Liebe und Vertrauen.
Mehr als nur Erziehung
Das Loslassen gilt nicht nur für Kinder. Wir halten uns an alten Gewohnheiten, Gedanken, Rollen, Erwartungen oder auch an Beziehungen fest, die uns nicht gut tun oder längst vorüber sind. Vieles davon schadet uns, und trotzdem kostet es Überwindung, es loszulassen. Ich habe Angst, dass dann etwas Schlimmes passiert. Ich kenne auch den Ursprung meiner Angst. Kennst du deinen!
Eine Übung für die Fastenzeit
Wir sind am Beginn der Fastenzeit. Ich glaube, ich schaue in den nächsten Wochen genauer hin, was Loslassen für mich bedeutet. Ich möchte achtsam darauf achten, welche Gedanken ich ablegen darf. Welche Routinen tun mir nicht gut. Irgendwo muss ich ja dann hin mit meinen Gedanken und Gefühlen.
Platz für Gottes Gegenwart
Glaubst du, je mehr wir loslassen, desto deutlicher spüren wir Gottes Gegenwart? Weil dann in uns Platz dafür ist, für einen Moment. Wir merken: Die Welt geht nicht unter, selbst wenn wir nicht alles kontrollieren. Wir sind gehalten. Manchmal mag es schiefgehen.
Handeln aus Vertrauen
Manchmal bleibt unsere Anstrengung loszulassen unbeachtet. Da kommt dann unser Glaube ins Spiel: Wir handeln aus Vertrauen, nicht aus Garantie. Wir geben ab, ohne zu wissen, was zurückkommt. Wir bleiben dran, weil Liebe und Freiheit größer sind – ja, weil das Leben größer ist als unser Klammern?
Wenn du es auch üben solltest, dann wünsche ich dir, dass du spüren darfst: Gottes Liebe bleibt. Sie trägt dich, auch wenn du etwas abgibst. Sie hält dich, auch wenn du loslässt.
